Moni und Roli Langzeit-Reisen

Northern Hill Tribe Trek

[von Roli]

Die Hilltribes sind Bergvölker, die vor über 100 Jahren von China Richtung Süden ausgewandert sind. Es gibt etwa 6 Stämme: Karen, Hmong, Yao, Akha, Lisu und Lahu. Sie unterscheiden sich vorallem durch die Sprache und Kleidung. Alle verdienen ihre Brötchen durch Landwirtschaft. Hauptsächlich wird Reis und Mais angepflanzt. Je nach Fruchtbarkeit der Böden wandern die Völker weiter. Aufgrund der modernen Entwicklung Thailands ist es schwer vorauszusagen, wie die Hilltribes in Zukunft überleben.

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Die Tour dauert 8 Tage. Start ist in Bangkok. Mit dem Night-Sleeper-Train fahren wir nach Chiang Mai. Die Fahrt im Zug ist übrigens viel bequemer als im Flugzeug. Man hat mehr Platz und kann viel besser schlafen.
Klicken vergrssert das Bild Zum ersten Dorf der Karen werden wir noch mit dem Auto hingeführt. Hier können wir unsere letzten Notwendigkeiten einkaufen. Im Angebot sind aber bloss Gemüse, Früchte, Regenschütze und Benzin. Die Karen sind der grösste Stamm mit etwa 300'000 Einwohnern in Thailand und über 4 Mio in Burma. Eine bekannte Untergruppe sind die Padaung oder "Long-Neck"-Karen, die mit goldfarbenen Ringen ihren Hals verlängern. Die Ringe wurden früher als Bissschutz vor Tigern getragen. Ich persönlich möchte diese Art der Verstümmelung aber nicht unterstützen und schon gar nicht als Touristenattraktion preisen.
Klicken vergrssert das BildKlicken vergrssert das BildKlicken vergrssert das Bild Von jetzt an gehts zu Fuss weiter über Stock und Stein.
Klicken vergrssert das Bild Die erste Nacht verbringen wir bei den Lisu. Die einheimischen Frauen helfen unserem Führer Tong und Träger Thep beim Kochen.
Klicken vergrssert das Bild Bei romantischem Kerzenschein erzählt unser Führer Tong über die Hilltribes. Die Stämme Yao und Hmong sind polygam, d.h. die Männer dürfen mehrere Frauen heiraten. Tong ist ein Yao. Er behauptet, nur eine Frau zu haben weil er sich finanziell nicht mehrere leisten könne.
Klicken vergrssert das Bild Während in der Schlafhütte Panik wegen einer Spinne ausbricht, sitze ich mit zwei Lisu-Frauen am Tisch. Eine Dritte gibt ihrem 2-jährigen Sohn ein brennendes Stück Holz in die Hand.
Und hier ist es, wo ich zum ersten mal das Land des Lächelns von seiner besten Seite spüre.
Die Frauen sprechen mich in ihrer Sprache (lisu) an. Wir verstehen uns zwar nicht, aber es ist die Herzlichkeit und das Lachen, die ich mit Worten nicht beschreiben kann.
Klicken vergrssert das Bild Am nächsten Morgen geht es los zum längsten Trekking-Abschnitt. Wir wandern 6 Stunden. Das ist für mich und Moni zwar kein Problem, aber andere Teilnehmer bekommen Blasen an den Füssen oder keuchen erschöpft hinterher. Clinton überlässt seinen Rucksack einem Träger.
Klicken vergrssert das Bild Der Weg ist oft abenteuerlich, wir überqueren einen Bach über 7 einfache Brücken ("Über sieben Brücken musst du gehn.", Peter Maffay).
Klicken vergrssert das Bild Mittagessen gibts gleich neben einem wunderschönen Wasserfall. Wenn hier eine Strasse hinführen würde, gäbe es längst Touren ab Chiang Mai und Bangkok.
Klicken vergrssert das Bild Die Hilltribes sind nicht so hinterwäldlerisch, wie man auf den ersten Blick vielleicht zuerst annimmt. Am nächsten Tag besuchen wir eine Schule der Lahu.
Klicken vergrssert das Bild Kelli, die Australierin aus Mackay, hat den Schülern einen Fussball geschenkt. Die Begeisterung ist gross, der Ball wird sofort ausprobiert.
Klicken vergrssert das Bild Weil ich beim Trekking immer zuvorderst war, hat mich Tong als sportlich eingestuft und zum hinteren Steuermann auf einem der drei Bambus-Flosse erkoren.
Es gibt kein Ruder, keine Paddel. Gesteuert wird mit einem Bambusrohr, mit dem man sich kräftig vom Flussgrund (wenn das Wasser nicht zu tief ist) abstösst. Das ist sehr anstrengend. Der vordere Steuermann (ein Thai) kommandiert und ich gebe alles um zu verhindern, dass unser Raft auf einen Stein aufläuft oder in einem Baum hängenbleibt. Dabei schürfe ich mir die Hände blutig am rauhen Bambusrohr.
Das ganze Gepäck ist am Mast in der Mitte des Flosses befestigt. Weil das Risiko gross ist, dass alles ins Wasser fällt, haben wir vorher alles noch zusätzlich in Plastiksäcke verpackt. Auch die Kamera, was die kleine Anzahl Bilder erklärt.
Klicken vergrssert das Bild Am nächsten Tag benutzen wir eines der Rafting-Flosse nochmals um den Fluss zu überqueren. Wir wandern zwei Stunden bis zum letzten Highlight der Tour: Elephant-Riding.
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Was haben wir gegessen und getrunken?

Klicken vergrssert das Bild Der Führer und seine Leute kochten für uns sehr gute thailändische Gerichte, viel Gemüse, wenig Fleisch, kein Fett. Als Spezialität hat es einmal gekochtes Bambusrohr gegeben. Es schmeckt relativ fade, etwa wie Kartoffeln.
Getränke mussten wir uns selber kaufen. Die Einheimischen verkauften uns jeweils Wasser, Süssgetränke und sogar Bier.

Freuden und Leiden der Tour

In den Dörfern wurden wir ab morgens um 4 Uhr durch Hahnen-Gekrächze wach gehalten.

Klicken vergrssert das Bild Beim letzten Camp gab es wunderschöne Schmetterlinge.
Eines der drei Flosse kenterte. Alle 4 "Insassen" fielen ins Wasser und das Gepäck wurde nass. Melissas Kamera funktionierte nachher nicht mehr richtig.
Die Stimmung war immer gut, auch wenn das Dach der Schlafhütte undicht war und es in Strömen regnete.
Ich genoss abends die Ruhe und das Grillenzirpen. Beim Camp der Lisu sahen wir Fire-Flies. Das sind blinkend leuchtende Fliegen.
Gegen die Mückenstiche konnten wir nicht viel unternehmen. Wir wurden von Kopf bis Fuss verstochen. Bei 100 haben wir aufgehört, die Stiche zu zählen. Laut Impfzentrum gibt es in diesem Teil Thailands zum Glück keine Malaria mehr.

Klicken vergrssert das Bild Die Luftfeuchtigkeit war bei 100%. Die schweiss- und regennassen T-Shirts trockneten über Nacht kein bisschen. Ebenso die Schuhe, mit denen wir Sümpfe und Bäche durchwatet haben. Aber es war immer warm genug, wir haben nie gefroren.

Was halte ich von der Tour?

Die Tour wurde durchgeführt von www.geckosadventures.com. Wer es nicht mag im klimatisierten Bus an den Sehenwürdigkeiten vorbeichauffiert zu werden, dem kann ich eine solche Tour wärmstens empfehlen. Auf der anderen Seite muss man für diese Tour körperlich etwas fit sein und in Kauf nehmen, dass der Komfort "very basic" ist.

Alles in allem hat uns die Tour sehr viel Spass gemacht. Wir würden wieder bei Geckos buchen.