Moni und Roli Langzeit-Reisen

Cairns -- Cape York -- Mount Isa

[von Moni]

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Nach den Atherton Tablelands wurde es Zeit wieder mal in eine grössere Stadt zu pilgern um verschiedene Sachen zu erledigen. Am 13. August sind wir in Cairns angekommen. Die Hafenstadt in Nordqueensland hat ca. 110'000 Einwohner und ist von Reisenden nur so belagert. Es ist der Ausgangsort für so manche Tour. Wir haben in 2 Tagen alles erledigt was nötig war und eine Tour irgendwohin grosszügig ausgelassen.
Klicken vergrssert das Bild Weiter nördlich sind die sogenannten Cairns-Beaches, welche uns angezogen haben, direkt an der Strasse gelegen.
Klicken vergrssert das Bild Im Cairns Tropical Zoo, ausserhalb der Stadt, wollten wir mal die Gelegenheit nutzen, Tiere zu fotografieren, welche wir vielleicht in freier Natur nicht zu sehen bekommen.
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Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Der Mossman Gorge ist nichts gegen das Maggia-Tal im Tessin aber doch einige Fotos wert. Wir hoffen, die Bilder überzeugen.

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das BildKlicken vergrssert das BildAm Ellis Beach haben wir uns 2 Tage ein gemütliches zu Hause mit unserem Daheim auf Rädern eingerichtet. Wir machten Ferien in den Ferien. Dabei haben wir ein deutsches Rentnerehepaar getroffen, welches nach Australien ausgewandert ist und den wohlverdienten Ruhestand seit sieben Jahren mit Reisen verbringt. Einmal darf es Australien sein, dann steht Neuseeland noch auf der Liste oder eben Amerika wäre da noch. Unsere Pension haben wir halt um ein paar Jahre vorgezogen und tun es den beiden gleich.
Klicken vergrssert das Bild Am Wonga Beach haben wir uns mit Monique und Sascha (www.monique-sascha.ch) getroffen. Zu viert mit zwei Toyota Landcruisern starteten wir unsere "NPA-Challenge-Extreme" (Northern most Point Adventure) ins Cape York.
Klicken vergrssert das Bild In Cooktown bei einem freundlichen Ranger die wichtigsten Infos eingeholt konnte uns nichts mehr bremsen. Zwar hiess es im Reiseführer, dass eine solche Autofahrt ins Cape York nur erfahrene 4WD-Fahrer machen sollen, aber wir wollten es wissen.
Klicken vergrssert das Bild Unser erstes Ziel war der Lakefield Nationalpark. Dieser Park ist mit einer Grösse von 5370 km² der zweitgrösste Nationalpark von Queensland und ist für Wildlife-Watching und Bushcamping bestens geeignet.
Klicken vergrssert das Bild Neben vielen Vogelarten entdeckten wir ein ca. 5 Meter grosses Salty-Krokodil. In gebührendem Abstand fanden wir es sehr faszinierend einem solchen Tier in freier Natur zu begegnen.
Klicken vergrssert das Bild Einem ziemlich aufgeregten Blauzungen-Waran kamen wir sehr viel näher, obwohl auch der sehr agressiv werden kann. Er blieb aber bei warnendem Fauchen.
Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das BildKlicken vergrssert das BildDie Termintenhügel mit seinen Bewohnern waren im hektischen Treiben währenddessen die Gottesanbeterin sich genüsslich sonnte.

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das BildAm 24. August haben wir an einem wundervollen Spot im Lakefield Nationalpark unseren Hochzeitstag verbracht. Von Monique und Sascha wurden wir mit einem ungarischen Gulasch bekocht, welches der guten Stimmung das Tüpfelchen auf dem i verleiht hat. Unter dem schönsten Sternenhimmel mitten in der australischen Natur fühlten wir uns einfach happy.
Roli und ich haben zwar ein 4WD Toyota Landcruiser sind aber noch keinen "richtigen" Track gefahren. Einen solchen wollten wir nun unter die Rädern nehmen und haben uns der Feuerprobe gestellt. Der Frenchman-Track ist kilometermässig eine Abkürzung zwischen dem Iron Range NP und der Telegraph Road. Die ersten 10 km waren nicht der Rede Wert was aber danach kam liess uns erst mal leer Schlucken. Den Pascoe-River zu kreuzen mit seiner steilen bzw. steinigen Ab- und Auffahrt macht die Sache nicht leicht.
Klicken vergrssert das Bild Der Fluss muss zuerst durchwatet werden um die optimale Durchfahrt zu finden. Ob es wohl Krokodile in diesem Fluss gibt? Wer weiss es?! Nach etlichem Überlegen und Beraten hat sich Sascha mit Osito zuerst an das Abenteuer gewagt. Schafft er's oder nicht?
Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Ja! Osito hat es geschafft.
Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Dann war Roli mit unserem No-Name dran. Bei der Abfahrt quitscht und rutscht unser Auto, aber es meistert alles mit bravour. Die Flussdurchfahrt war kein Problem im Vergleich was danach kam.
Klicken vergrssert das Bild Was hatte dieser doofe Stein da zu suchen? Es gab kein Vor- oder Rückwärts mehr. Wir sassen auf diesem Stein mit der Hinterachse fest. Nach kurzer Beratung hat Sascha sein Toyota-Wagenheber geholt, wir Frauen Steine zur Unterlegung gesucht und ein Versuch aus der misslichen Lage konnte gestartet werden. Roli gab Gas und wir drei haben ihn angefeuert was unsere Kehlen hergaben. Dank unserem guten Zurufen hat dann alles, wenn auch zeitweise die Räder in der Luft waren, geklappt. Yeah...wir sind aus dem Schlamassel raus!
Klicken vergrssert das Bild Die restlichen 44 Kilometer waren dann schon fast ein leichtes, jedoch brauchten wir ca. 4 Stunden dafür, da nur im Schritttempo voranzukommen war. Schräglage, Knietiefe Löcher wie im Emmentalerkäse, Kluften wie bei einem Erdbeben. All dies konnte uns nicht mehr erschüttern und wir hatten Spass an dieser Art von Autofahren.
Klicken vergrssert das Bild Nebenbei fanden wir in der ganzen Aufregung noch ein Rucksack mit Pässe, Geld und anderen wichtigen Dokumenten. Kurz eingepackt mit der Absicht dieser beim nächsten Roadhouse abzugeben, war dies keine besondere Sache. Auf halber Strecke auf dem Frenchman kam uns Daniele entgegen: "Kommt ihr vom Pascoe River? Habt ihr einen Rucksack gesehen?" Für Daniele und seine Freundin Jasmin war Weihnachten und Ostern zusammen. Sie hatten einen Tag zuvor eine Tour gemacht und bei der Pascoe River Durchquerung Probleme mit dem Auto gehabt. Worauf der Guide alles Gepäck auf die andere Flussseite bringen liess und bei der Weiterfahrt dieser Rucksack einsam und verlassen mitten im Nirgendwo liegen geblieben ist. Erst viel später wurde dieser Verlust von den Besitzern bemerkt. Per Anhalter und zu Fuss machte sich Daniele auf den Weg den Rucksack zu suchen bis er dann uns gefunden hat. Happy End!
Klicken vergrssert das Bild Die Fahrt auf dem Old Telegraph Road war angenehmer als gedacht.
Klicken vergrssert das Bild Nur beim Gunshot Creek entschlossen wir uns den Bypass zu nehmen. Der Grund dafür kann anhand der Fotos jeder für sich denken.
Klicken vergrssert das Bild Beim Jardine River gab es kein Durchkommen ohne Fähre. Für eine Minute vom einem Ufer an das andere gebracht zu werden, mussten wir den stolzen Preis von 88 AUS bezahlen.
Klicken vergrssert das Bild Am 31. August haben wir es tatsächlich geschafft. Wir standen am Cape York (Pajinka) am nördlichsten Punkt von Australien.
Klicken vergrssert das Bild Eine ausführliche Fotosession wurde vollzogen und der Moment da zu sein in uns verinnerlicht.
Klicken vergrssert das Bild Der Tip, wie es auch genannt wird, ist von Papua New Guinea nur 150 Kilometer entfernt und dazwischen sind die Torres Strait Inseln. Gemäss Informationen soll es auf der nördlichen Halbinsel von Australien mehr als 156 verschieden Arten von Reptilien, 310 Arten von Vögeln, 49 Froscharten und 81 Spezien von Säugetieren geben. Die Liste wird ständig erweitert, da die Nachforschungen noch längst nicht abgeschlossen sind. Von uns wurde eine Meeresschildkröte entdeckt, welche aber sehr schnell in den Tiefen des Meeres wieder verschwand.
Klicken vergrssert das Bild Nach fast 1000 Kilometer Autofahrt können wir dem Reiseführer ganz klar widersprechen und sagen, dass sich eine Individualreise inklusive Old Telegraph Road und guten Informationen vor Ort absolut lohnenswert ist.
Klicken vergrssert das Bild Die Rückfahrt ging zügig voran und im Musgrave Roadhouse haben wir uns informiert wie es mit der direktesten Strasse nach Normanton aussieht. Ob wir eine elektrische Seilwinde hätten, denn ohne könnten wir den Mitchell River, bei dem der Boden nur aus Sand besteht, nicht durchqueren. Die Frage unsererseits, wir hätten gehört, dass eine Brücke gebaut wurde, wurde vom Tankwart klar verneint. Er selbst sei diese Strasse noch nie gefahren. Naja, was macht man mit solchen Infos? Wir haben uns entschlossen, es auszuprobieren. Unterwegs haben wir noch Reisende getroffen, die den besagten Mitchell River schon hinter sich hatten. Es sei gar kein Problem und Wasser sei nur wenig vorhanden. Als wir dann da waren hatte es tatsächlich einen kleinen Damm zum drüberfahren und fast kein Wasser. Also, null Problem.
Klicken vergrssert das Bild Das nächste Ziel war der Boodjamulla (Lawn Hill) Nationalpark.
Klicken vergrssert das Bild Verschiedene kleinere Wanderungen und eine sehr schöne Kanufahrt waren unsere Beschäftigungen für die nächsten 2 Tage.
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Klicken vergrssert das Bild Danach hat es uns endgültig wieder mal in die Zivilisation gezogen. Allein deshalb schon, weil die Reifen abgelaufen und eine kleine Autoreparatur nötig waren. Mount Isa ist mit einer Fläche von 41'000 km² die flächengrösste Stadt der Welt und hat ca. 22'000 Einwohner. Wir fragen uns wohin die Bewohner gehen wenn sie ausserhalb von Mount Isa etwas unternehmen wollen. Denn die nächste Stadt ist mehr als 1000 Kilometer entfernt. Wir haben jedenfalls alles bekommen was wir wollten und haben unsere Vorräte für die nächsten Kilometer angepasst.
Klicken vergrssert das Bild In Mount Isa ist die School of Air für die Outback-Kinder stationiert. Die erste Funkschule in Queensland begann im Januar 1960. Zurzeit werden ungefähr 240 Kinder von 140 Familien bis zum 10-ten Schuljahr im Gebiet von 800'000 qm 2 unterrichtet. Die Kinder erhalten per Post vorgedruckte Arbeitsbücher wie sonstige Unterlagen für den täglichen Funkuntericht von 30 Minuten. Ein Funkgerät für diesen Zweck wird von der Schule zur Verfügung gestellt bis die Ausbildung beendet ist. Der restliche Lernstoff wird von einem HeimlehrerIn (meistens Mütter oder Au-Pair-Mädchen) unterrichtet. Jedes Jahr werden Schulcamps für eine Woche durchgeführt, welches einer der Höhepunkte ist. Der Schulsporttag wird in Mount Isa zum grossen Event. Zusätzlich sind noch 2 Lehrerehepaare angestellt, welche mit einem 4-WD-Wagen in regelmässigen Abständen alle angemeldeten Kinder zu Hause besuchen. Dies braucht 40 Wochen Reisezeit im Jahr.
Klicken vergrssert das Bild Der Royal Flying Doctor Service ist für das Outback-Leben eine der guten Institutionen. Reverend John Flynn war bei seinen Reisen durch das Outback über die nichtvorhandene Möglichkeit medizinische Hilfe zu bekommen entsetzt und die Idee des Flying Doctors war geboren. Der erste Einsatz wurde am 17. Mai 1928 mit einer Quantas DH50A, genannt Victory, von Arthur Affleck geflogen. Der erste Arzt an Bord hiess Dr. Kenyon St. Vincent Welch. Heute werden jährlich über 50'000 Patienten von den Flying Doctors und Crew in ganz Australien versorgt.

Klicken vergrssert das Bild Nach drei Wochen gemeinsamen Reisens haben wir uns von Monique und Sascha verabschiedet weil wir unterschiedliche Routen geplant haben. Unser nächstes Ziel wir die Mitte von Australien sein. Bis dann wünschen wir euch eine gute Zeit und schönen Herbstanfang in Europa.