Moni und Roli Langzeit-Reisen

Western Australia Teil 1 (Kimberley und Pilbara)

[von Roli und Moni, aber aus Rolis Sicht]

Klicken vergrssert das BildWestern Australia, da ist die Heimat unseres Autos und der Boab-Trees (Baobab-Baum). Dieser Baum fällt durch seine flaschenähnliche Form auf. Die Aboriginies finden, dass der Baum verkehrt herum eingesteckt wurde, seine blätterarmen Äste sehen aus wie Wurzeln.
Der Oktober war für uns ein Festmonat, es gab drei Daten zu feiern:
16. Oktober: Wir sind seit drei Monaten am Reisen.
23. Oktober: Heute ist der 100. Reisetag.
28. Oktober: Wir sind seit drei Monaten in Australien.

Purnululu Nationalpark (Bungle Bungle Range)

Klicken vergrssert das BildDie bienenkorbartigen Sandsteinformationen wurden erst 1982 entdeckt und 5 Jahre später als Nationalpark erklärt. Die horizontalen Bänder entstehen durch unterschiedlichen Lehmgehalt und Porosität der Schichten. Die dunkelgrauen Bänder sind "Blau-Grün-Algen" welche dort entstehen wo Feuchtigkeit sich ansammelt. Die orangen Bänder sind oxidierte Eisenverbindungen in Schichten, die zu schnell austrocknen um die Algen wachsen zu lassen. Purnululu heisst im lokalen Kija-Dialekt (Aboriginies) Sandstein.

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das BildWir machten verschiedene kleine Wanderungen im Park. Wir konnten uns kaum sattsehen.

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das BildDsire und DaniIm Visitor Centre angekommen, hiess es schon das erste mal "Hoi zäme". An unserem "Schwiizerfähnli" haben uns Ruth und Kurt von Hombrechtikon erkannt. Ihr könnt euch sicherlich denken was nun kommt! Klar, es wurde geplaudert. Nach einem "wir-werden-uns-sehen-tschüss" ging die Fahrt zum ersten Lookout über den Park. Die Strasse ein bisschen eng, musste das Kreuzen zweier Autos mit Ausweichen erledigt werden. Kein Problem! Der entgegenkommende Landcruiser hat sehr freundlich Platz gemacht. Aber halt, etwas stimmt da nicht! Beide Landcruiser stehen auf derselben Strassenseite. Kurz überlegen; Nein wir sind links, also richtig der andere hat wohl ein Überlegungsfehler gemacht. Alle vier haben gegrinst. Vreni und Philippe von Solothurn sind erst seit kurzem auf australischen Strassen unterwegs und haben noch die klassisch-europäische Fahrweise im Blut. Doch noch nicht genug mit Schweizerbekanntschaften. Désirée und Daniel aus Rapperswil waren ebenso am Bewandern des Parks interessiert. Nach den Wanderungen, haben wir uns alle am Campingplatz getroffen und einen wunderschönen Abend verbracht.

Der Steinschlag im Echidna Chasm (Chasm = Schlucht)

Klicken vergrssert das BildDer Tag war heiss, wie jeder andere auch als wir in den Echidna Chasm spazierten. Eine enge Schlucht mit hohen Felswänden die als Sackgasse endet und eine Erfrischung bezüglich den Temperaturen war. Am Ende angekommen haben wir uns ein paar Minuten ausgeruht und wollten gerade aufbrechen um den Rückweg anzutreten. Da! Wir hörten wie Steine poltern. Im ersten Moment dachten wir es kämen andere Touristen durch die Schlucht. Aber nein! Es donnerte lauter, viel lauter und von oben. Wir machten einen Hechtsprung in eine kleine Einbuchtung und Steine krachten auf den Boden. Es wurde wieder still. Unser Puls war auf 200 und die Knie schlotterten. Glück gehabt, kein Stein hat uns getroffen. Wir krochen wieder aus der Buchtung hervor, es roch nach gemahlenem Stein und wir machten uns eilig auf den Rückweg. Der Hechtsprung hat uns ein paar Prellungen und Schürfungen gekostet. Die Schlucht haben wir mit Herzklopfen und tollen Eindrücken verlassen.

Hitze

Wieder mal so eine Premiere in unser beider Leben. 46°C ist die meist schweisstreibende Temperatur die wir bis jetzt erlebt haben. Unser absolutes Lieblingsgetränk in Unmengen von Litern war Wasser. Während der Flaschen-leer-trink-Zeit vermochte der Kühlschrank das Wasser von 50°C auf "erfrischende" 40°C herunter zu kühlen.
Selbstverständlich lassen wir uns von der Hitze nicht unterkriegen. Man gewöhnt sich irgendwann daran. Wir reisen, uns gefällts und wir geniessen es.

China Wall

Klicken vergrssert das BildDurch die Kontinentenverschiebung befinden sich heute Reste der alten chinesischen Mauer in Halls Creek, Australien.
Quatsch! Die "China Wall" ist keine Ruine, kein Werk von Menschen sondern eine 6 Kilometer lange Felsformation. Ist doch interessant.

Tunnel Creek

Klicken vergrssert das BildWie der Name schon sagt, führt dieser Fluss durch einen Tunnel, den er sich in vielen Jahren selber gebaut hat. Zu den vielen anderen Nationalpark ist dies wirklich mal eine tolle Abwechslung. Als Attraktion darf man die Höhle mit seinem Wasser durchwaten. Kamera und Stativ waren sowieso in unserem Rucksack, aber die dringend empfohlene Taschenlampe hatte keine eigenen Beine. Naja, wir sind dann einfach mit den anderen Touristen mitmarschiert oder warteten bis wieder andere kamen. Auf diese Art sind wir auch auf unsere Kosten gekommen.

Windjana Gorge

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das BildJust another gorge. Aber: Am frühen Morgen sahen wir den vielen White Corellas zu. Ihre Stimmen hallten zwischen den Felswänden. Wir fühlten uns wie im Paradies.

Klicken vergrssert das BildDie Weiterfahrt nach Derby haben wir mit dem letzten Stück der legendären Gibb River Road gekrönt. Die Strasse war für den Viehtransport zwischen Wyndham und Derby geplant. Heute wird sie von vielen Touristen wegen ihrer Naturschönheiten und Abgelegenheit befahren.

Broome

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das BildWir sind in Broome angekommen. Die Stadt ist zwar keine Besonderheit und man kann sich bei einer Einwohnerzahl von 15'000 Menschen auch nicht grossartig verirren für uns aber ist sie wie ein kleines Etappenziel. Ein Ort um auszuruhn, einige Tage kein Autofahren die weitere Route zu planen und wieder mal etwas Gesundes zu essen bei McDonalds.

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das BildBroome's schönster Strand ist der Cable Beach. Irgendwelche Kabel gibt es heute nicht mehr an diesem Strand. Aber in der Telegraphen-Zeit war eine Linie zu der asiatischen Welt sehr wichtig. Deshalb ist hier das Telegraphenkabel im Meer zu den Asiaten "geschwommen". Für viele Touristen ein Highlight ohne dass es so richtig typisch Aussie-Like ist, kann am Cable Beach ein Sunset-Camel-Riding unternommen werden.

Dampier Peninsula

Nördlich von Broome erstreckt sich Dampier Peninsula und gipfelt in Cape Leveque. Die Halbinsel ist zu einem grossen Teil Aboriginal Land und beherbergt verschiedene Communities.

Beagle Bay

Klicken vergrssert das BildIn Beagle Bay besuchen wir die alte Missionskirche "Sacret Heart". Der Altar und die Fenster sind mit glänzenden Muscheln verziert. Die Kirche wurde auch für andere Zwecke wie Unterkunft und Schule genutzt. Seit längerer Zeit ist die Mission geschlossen worden und heute leben etwa 300 Aboriginies in diesem Ort.

Cape Leveque

Klicken vergrssert das BildCape Leveque zieht mit seinen weissen Stränden und roten Klippen die Touristen an. Monis erster Kommentar: "Aaaahh, esch das geil!". Einerseits weil sie die Schönheit der Landschaft beeindruckt hat und andererseit weil endlich ohne Befürchtungen (Quallen, Krokodile) ins angenehme Nass gehechtet werden konnte. Die 200km Wellblech- und Schlaglochpiste waren schlagartig vergessen.

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Im kleinen Strandcafé stiessen wir mit Limonade auf "3 Monate Reisen" an. Als wir uns im Camp-Office registrierten, meinte die Platz-Hüterin erstaunt, schon wieder Schweizer. Sie war sich sicher, dass es bald kein Schweizer mehr gibt, der Cape Leveque nicht gesehen hat. Anhand des Einschreibebuches hatten wir allerdings auch diesen Eindruck. Hallo Margrit und Heinz, ihr solltet da keine Ausnahme machen! Schon kurz darauf lernten wir Irene und Erich aus Sempach LU kennen. Sie sind 3 Monate in Australien unterwegs. Wir plauderten und bestaunten zusammen den Sonnenuntergang.

Coulomb Point Nature Reserve (Manari Road)

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das BildNicht von minderer Schönheit sind die Strände im Coulomb Point Nature Reserve im südwestlichen Teil der Halbinsel. Es gibt hier keine Einrichtungen, kein Trinkwasser, keine Dusche, kein WC. Dafür ist Übernachten gratis und die Szenerie faszinierend schön. Dieses Plätzchen ist (noch) keine grosse Touristenattraktion und kann als Geheimtipp angesehen werden.

Klicken vergrssert das BildAbends hörten wir ein Krabbeln am Boden. Es waren Einsiedler-Krebse. An den vielen Spuren, die wir am Morgen im Sand fanden, mussten in der Nacht Hunderte zum Meer gewandert sein.

Broome bis Port Hedland

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Bis zur nächsten Ortschaft, Port Hedland, sind es 613 Kilometer. Die einzigen Häuser an dieser Strecke sind zwei Roadhouses (Raststätten) und das Office des Campingplatzes am Eighty Mile Beach. Bei letzterem übernachteten wir. Es wurde uns aber abgeraten im Meer zu baden. Es könne Stingers (Quallen) haben und medizinische Hilfe sei recht weit entfernt (stimmt). Wir nutzten die späten Nachmittags-Stunden für Muschelsuche, ein paar Fotos und genossen den Sonnenuntergang.

Klicken vergrssert das BildUnd wieder ein Jubiläum! Der 100. Reisetag. Moni schmückte den Tisch feierlich mit Muscheln. Zum Essen gabs Spaghetti, zum Anstossen australischen Cabernet Sauvignon. Prosit und auf weitere 100 Reisetage!

Karijini Nationalpark

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das BildEin Park der nicht links liegen gelassen werden sollte. Mitten durch das Pilbara-Gebiet zieht sich dieser Park mit seinem grandiosen Gebirge, atemberaubenden Schluchten, steinigen Wasserläufen, wunderschönen Pools und staubig-rote Ebenen über eine Fläche von 6274 km2. Der hohe Mineralienanteil von Asbest, Kupfer und Eisen lassen die Wände in einer Vielzahl von Farben schimmern. Wie schon so oft, sind wir wieder mal sehr beeindruckt von der Natur. Mit mehreren Wanderungen erkunden wir die verschiedensten Winkel dieses Parks.

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das BildHinunter zum Handrail-Pool (Pool = kleiner See) geht es nur mit Klettererfahrung, was wir beide nicht haben. Ein Grund um gleich ein bisschen zu üben.

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das BildDer Hamersley Gorge liegt etwas abseits in einem anderen Parkteil. Vielleicht ist dies der Grund, dass keine andere Touristen anzutreffen sind. Wir hatten diesen Gorge für uns alleine. Im Pool kann man sich wunderbar abkühlen und schon wieder Seilakrobatik ausüben.

Tom Price, Minenstadt

Klicken vergrssert das BildTom Price ist ein Stadt mit etwa 4000 Einwohnern und wurde in den 60er Jahren gegründet weil in der Gegend Eisenerz gefunden wurde. Die Hälfte der Bevölkerung arbeitet in der Hamersley Iron Mine. Damit wir die Mine näher betrachten konnten haben wir uns einer Tour angeschlossen.

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das BildDas Erz wird an der Oberfläche abgebaut. Die Bezeichnung "Mine" ist also nicht ganz richtig. Imposant waren die grossen Lastwagen mit denen das Erz zum Crusher (Zerhacker) gefahren wird. Extra für uns Touristen haben sie ein ausrangiertes Vehikel hingestellt um gefahrlos abzuknipsen. Die Laster sind im geladenen Zustand bis zu 240 Tonnen schwer und der Dieselmotor bringt es auf 2500PS.

Klicken vergrssert das BildNachdem das Erz kieselsteingross zerhackt ist, wird es per Eisenbahn an die Küste zum Schiffshafen in Dampier gebracht und dort verladen für die grosse Reise. Verkauft wird das Eisenerz nach Europa und Asien.

Dampier

Neben der Tatsache, dass hier Eisenerz verladen wird, haben wir eine andere bemerkenswerte Geschichte aufgeschnappt:
Klicken vergrssert das BildDie Story vom roten Hund (Red Dog). Der rote Hund war eine Kreuzung zwischen zwei Rassen, Kelpie und Cattle Dog (beide sind Schafshirtenhunde und sehr intelligent). Er kam 1971 in Dampier mit seiner Familie an. Schon bald brach er seine Bindungen und wurde zum Streuner.
Der rote Hund befreundete sich mit einem Busfahrer der Hamersley Iron Mine an und begleitete ihn regelmässig auf seinen Fahrten. Der erste Sitz hinter dem Fahrer war schon bald für den Hund reserviert. Die Fahrgäste, Arbeiter aus der Mine, haben den Hund kennengelernt und alsbald war er ein Freund für viele. Lange Zeit war alles gut, bis dann ein anderer Buschauffeur die Fahrten übernahm. Wie jeden Tag wollte der rote Hund mitfahren aber der neue Fahrer weigerte sich in hereinzulassen. Die Arbeiter haben sich aber für ihren vierbeinigen Freund eingesetzt und mit einem Streik erreicht, dass er weiterhin mitfahren darf. Der neue Fahrer musste den Hund im Bus akzeptieren.
Es gab viele Abenteuer mit dem roten Hund. Er hatte ein Bankkonto, war Mitglied in der Transport Union und hatte viele Freunde, die ihm Futter und Unterkunft gaben.
Unglücklicherweise muss man annehmen, dass der Hund 1979 mit Gift geködert wurde. Vermutlich wurde er in einem unmarkierten Grab zwischen Karratha und Roeburne beerdigt.
Der rote Hund bleibt in liebevoller Erinnerung aller Leute, die ihn kannten. Beim Ortseingang von Dampier wurde ein Denkmal zu seinen Ehren errichtet.

Staircase to the Moon

Klicken vergrssert das BildVom März bis Oktober zwei Tage nach Vollmond kann man zwischen Derby und Karratha das Licht-Schauspiel "Staircase to the Moon" (Treppe zum Mond) bestaunen. Der aufgehende Mond spiegelt sich dabei im noch nassen Watt. Wenn dieses die typischen Wellen aufweist, sehen die Spiegelungen aus wie eine Treppe, die zum Mond führt. Wir fuhren nach Dampier um diese Natur-Show zu sehen. Das Watt hatte die typischen Wellen nicht bzw. es hatte noch zu viel Wasser, so sah man die Stufen nicht. Schön und romantisch war es trotzdem.

Und zum Schluss noch dies:
Ihr habt es sicherlich schon alle vermisst! Klar, wir haben Monique und Sascha in Broome wiedergetroffen und natürlich viel gequatscht! In diesem Sinne, bis zum nächsten Reisebericht.