Moni und Roli Langzeit-Reisen

Western Australia Teil 2 (Exmouth bis Geraldton)

[verfasst von Roli, revidiert und vollendet von Moni]

Ningaloo Reef (Exmouth, Cape Range Nationalpark, Coral Bay)

Klicken vergrssert das Bild Laut einem gratis-Touri-Heftli soll der "Thomas Carter Lookout" spektakulär sein. Heute sind wir schon viele Kilometer gefahren und Moni mag nicht länger im Auto sitzen. Sie wäre froh, wenn wir endlich in Exmouth wären und sie sich etwas anderem widmen könnte. Aber ich will nichts verpassen und so fahren wir die 12 km zum Lookout hin und zurück. Die ersten drei Kilometer sind asphaltiert, der Rest ist steinig, holperig und benötigt viel Bodenfreiheit. Wir haben das Foto für andere als Entscheidungsgrundlage gemacht.

Klicken vergrssert das BildKlicken vergrssert das Bild Besser gefällt es uns an den Stränden des Cape Range Nationalparks. (Anstelle von Nationalpark, schreiben wir von nun an NP). Es ist erstmals seit Wochen etwas kühler geworden. Die Sonne hat sich sogar für ein paar Stunden hinter den Wolken versteckt und es bläst ein erfrischend kühler Wind. Moni jauchzt vor Freude, endlich nicht mehr so heiss, sie kann sogar die Hosenverlängerung montieren. Wochenlang hatten wir Temperaturen um die 40°C und teilweise eine hohe Luftfeuchtigkeit. Moni hat das mehr zu schaffen gemacht wie mir. Sie bevorzugt kühlere Temperaturen, ich habe mich besser an die Wärme gewöhnt. Diese Frische ist eine gute Gelegenheit, ein Selbstauslöser-Foto von uns zu machen, damit ihr nicht vergesst wie wir aussehen. Beim ersten Versuch hat es noch nicht geklappt, ich schaffte es nicht innert zehn Sekunden durchs Wasser zu waten.

Klicken vergrssert das BildKlicken vergrssert das BildKlicken vergrssert das BildAm Lakeside Beach lassen wir uns zwei Tage nieder, geniessen das süsse Nichtstun, beobachten ab und zu rote Kängurus und bewundern den Sonnenaufgang.

Klicken vergrssert das Bild Wir haben in Karratha schon "präventiv" eine Schnorchel-Ausrüstung gekauft was sich als Schnäppchen erwiesen hat. Andere haben in Exmouth wesentlich mehr dafür bezahlt. Nun probieren wir diese am Turqoise Bay zum ersten Mal aus. Die Unterwasserwelt ist so schön und schillernd, dass ich am liebsten ein Unterwassergehäuse für meine Kamera hätte, dann könnte ich euch an dieser Pracht teilhaben lassen. Wir entdecken Schildkröten, Fische die aussehen wie Stöcke, Fische mit einem Lachen, Fische in allen Farben und bunte Korallen in allen Formen.

Klicken vergrssert das BildKlicken vergrssert das BildKlicken vergrssert das Bild Weiter südlich Richtung Coral Bay fahren wir durch die Ningaloo Farm. Ziegen, die sichtlich den Blick zum Meer geniessen werden scheinbar gezüchtet oder als Nutztiere gehalten. Wir sehen ganze Herden. In der Shark Bay Region (ferner in diesem Bericht) werden sie als Schädlinge bezeichnet. Später kreuzt eine Emu-Familie unseren Weg. Sie sind ziemlich scheu und rennen schnell davon. Gut hatte ich die Kamera griffbereit.

Coral Bay

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Coral Bay ist ein Ort mit etwa 150 Einwohnern und wahrscheinlich gleichvielen Touristen. Wir fahren keine 100 Meter in Coral Bay ein, schon winken uns Kurt und Ruth am Strassenrand. Nach einem kurzen Schwatz verabreden wir uns für später. An der Tankstelle pumpen wir die Pneus auf, welche wir zum Sand fahren reduziert haben. Da kommen auch schon Vreni und Philippe, die wir im Purnululu NP kennen gelernt haben. Noch nicht fertig gepumpt hält der nächste mit seinem VW-Bus an, Patrick, ein ausgewanderter Schweizer aus Perth. Wir sollen ihn doch besuchen kommen, wenn wir in Perth sind, sagte er und streckt uns die Visitenkarte seiner Auto-Werkstatt entgegen. Wir buchen eine Nacht auf demselben Campingplatz wo alle anderen Schweizer sind und wollen danach noch einmal kurz das Dorf und den Strand erkunden. Bei diesem Spaziergang lernen wir Marc und Regula aus Twann kennen. So sind wir beim Znacht zu acht.

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Tja, was machen wir sonst in Coral Bay ausser mit Schweizern zu quasseln? Schnorcheln, baden, spazieren, Reef-Sharks beobachten, leckere Thickshakes trinken (Frappe mit dickerer Konsistenz), abends eine gute Pizza essen und dazu australischen Wein trinken. Ich nenne es: "Die Freuden des Reisenden".

Blowholes

Klicken vergrssert das Bild Die Felsen an der Küste sind löchrig wie Emmentalerkäse. Bei entsprechendem Wellengang entstehen durch den Überdruck beachtliche Fontänen. Das Geräusch ähnelt dem Fauchen eines Drachen oder dem eines Nessie. Aber bitte unterlasst den Versuch mit Emmentalerkäse in der Badewanne. Nessies können sehr aggressiv sein! Während Moni staunend das Naturschauspiel geniesst, habe ich mit meinen Fotoapparat Knatsch, weil er nicht das macht was ich ihm befehle.

Shark Bay (Hamelin Pool, Denham, Monkey Mia, François Perón NP)

Die Bucht ist vor allem wegen Monkey Mia und seiner Delphin-Show bekannt. Aber alles der Reihe nach:

Hamelin Pool

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Es gibt auf der Welt nur noch zwei Orte, wo "lebende" Stromatolithen vorkommen: Bei den Bahamas und hier. Stromatolithen sind die Bauwerke von Cyanobakterien. Diese Mikroben waren vor ca. drei Milliarden Jahren für die Produktion des Sauerstoffs verantwortlich, von dem wir heute noch leben. Sie sind sehr empfindlich und können nur wachsen, wenn der Salzgehalt des Meeres etwa eineinhalb bis zweimal höher ist wie normal. Das ist hier der Fall weil eine Sandbank die Bucht vor grösseren Strömungen des offenen Meers schützt und durch Verdunstung der Salzanteil steigt. Wir besuchen eine kurze Führung mit Video-Show und campen auf dem Platz.
Klicken vergrssert das Bild Dabei lernen wir Pina und Dirk aus Dübendorf kennen. Die beiden sind schon seit zehn Monaten in Australien unterwegs und geben uns viele gute Infos und Tipps für Tasmanien. Tassie (wie es die Australier liebevoll nennen) ist ein Inselstaat Australiens. Wir haben unseren Australien-Aufenthalt nur dieser Insel wegen verlängert, so viel Gutes haben wir schon darüber gehört.

Eagle Bluff und Shell Beach

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Eine Traum-Aussicht und ein Traum-Strand. Was kann man mehr dazu sagen? Uns bleibt die Sprache weg. Oder haben wir uns etwa schon an solchen Augenschmaus gewöhnt?

Denham

Klicken vergrssert das Bild Denham ist der westlichste Ort Australiens, hat etwa 1200 Einwohner und einen türkisblauen Strand. Viel zu tun gibt es nicht, ausser zu campieren. Es ist der Ausgangsort für Touren nach Monkey Mia und dem François Perón NP.

François Perón NP

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Der NP soll bekannt sein für seine trockene Szenerie, Wildnisgefühl und landeingeschlossene Salzseen. Auf das Wildnisgefühl kommen wir nicht, wahrscheinlich haben wir uns schon zu fest naturalisiert. Am eindrucksvollen Cape Perón erfreuen wir uns am bildschönen Strand. Als Krönung sehen wir zwei Mantarays (Riesen-Mantas) im Wasser spielen. Die Kamera war leider gerade nicht griffbereit.

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Wir sind zwar schon etwas gesättigt von Stränden, trotzdem lassen wir uns am Bottle Bay Beach nieder, wo wir einmal mehr direkt am Meer unser Lager aufschlagen. Rosa Kakadus (Galahs), die ein Pfeifkonzert zum Besten geben, suchen uns auf und wir begegnen einem Tannzapfenskink (stumpy-tailed lizard).

Monkey Mia

Hier wurde ein Resort und ein Delphin Informationszentrum mit Campingplatz gebaut, das laut Lonely Planet 800'000 Australische Dollar gekostet hat.
Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild In der kleinen Ausstellung kann man sich fundiert über Delphine ins Bild setzen. Am Strand referiert die Rangerin über Delphine und anschliessend findet die Fütterung statt. Wenn man Glück hat, wird einem ein Fisch ausgehändigt und man kann selber einen Delphin füttern.
Alle Delphine, die genährt werden, sind freilebend. Sie bekommen nur eine kleine Ration an Fischen, damit der Jagdtrieb erhalten bleibt. Wie gut das wirklich funktioniert wissen wir nicht. Die Delphine dürfen nicht berührt werden, das könnte ihre empfindliche Schutzschicht verletzen und sie empfänglich für Viren und Krankheiten machen.

Klicken vergrssert das Bild Nebst den Delphinen kommen Pelikane zu Besuch, auch sie haben Fische zum Fressen gern. Damit sie die Delphin-Fütterung nicht stören, müssen sie ihre Portion Fische im Hintergrund separat bekommen.

Kalbarri und Kalbarri NP

Klicken vergrssert das Bild Ein Dorf und ein Nationalpark mit dem gleichen Namen. Wir sind müde von der Fahrt (454 km) und verbringen den Rest des Tages auf dem Campingplatz. Wir bleiben insgesamt fünf Tage in Kalbarri weil uns das Ambiente gefällt und wir bekannte Gesichter treffen und neue kennen lernen.

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das BildZ.B. Pia und Steff: Die zwei haben im August '04 geheiratet und sind jetzt auf "honeymoon". Berichte und Fotos unter www.ruckstuhls.ch . Schon seit Wochen hatten wir per Email und SMS Kontakt, aber erst jetzt kreuzen sich unsere Reiserouten. Wir verbringen zwei lustige Abende miteinander und besuchen dazwischen den Kalbarri NP.
Pia und Steff reisen weiter und am gleichen Tag kommen Monique und Sascha in Kalbarri an. Die Chnoblibrot-Bestellung kommt frühzeitig per SMS und es ist mir eine Ehre die beiden damit zu begrüssen. Monique und Sascha sind in der Zwischenzeit zu guten Freunden geworden. Immer wenn wir uns treffen, haben wir einander viel zu erzählen und zu lachen.

Klicken vergrssert das Bild Vor einigen Jahren hat ein Fischer damit begonnen jeden Tag die Pelikane am Strand zu futtern. Wenn er ausnahmsweise nicht da war, kamen die Pelikane über die Hauptstrasse in sein Laden gewatschelt um ihre Portion Fisch zu erbetteln. Das wurde zum Verkehrsproblem und mehrere Unfälle/Staus wurden im kleinen Ort zum grossen Problem. Eine Freiwilligengruppe hat sich zusammengetan, die täglich für die Fütterung sorgt und somit war das Verkehrsproblem gelöst. Mit einem kleinen Vortrag über Pelikane wird das zur Touristenattraktion die im Moment noch gratis (freiwillige Spende) ist.

Geraldton

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Das kleine Städtchen ist die Hauptstadt des mittleren Westens, hat einige Sehenswürdigkeiten und etwa 25'000 Einwohner.

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild St. Francis Xavier Kathedrale:
Unter Kathedrale verstehen wir normalerweise eine etwas mächtigere Kirche, ein Dom, aber per Definition ist eine Kathedrale einfach eine Bischofskirche.

Klicken vergrssert das Bild Klicken vergrssert das Bild Im "Cup of Life"-Café geniessen wir den grosszügigen Raum und die gute Musik und beantworten Emails bei Kaffee und Milkshake. Pflutsch...die Hälfte von Monis Shake landet auf ihrem Rucksack statt in ihrem Gaumen. Meine Ellenbogen waren wieder mal zu lang und die Sauerei ist filmreif.

Klicken vergrssert das Bild Klar, wir wohnen zusammen mit Monique und Sascha auf dem gleichen Campingplatz. Mit Alice und Martin lernen wir noch weitere Schweizer kennen. Jedes Paar hat sich seine Suppe gekocht und der Abendtisch ist mit vielen verschiedenen Speisen gedeckt.

Fazit

Die Szenerien haben sich in letzter Zeit oft wiederholt. Strände wie aus dem Katalog, Kängurus, Schluchten und glutrote Felsformationen garniert mit stahlblauem Himmel. Das kennen wir schon seit einigen Wochen und wir konnten uns richtig satt sehen. Ja ja ich weiss, ihr wärt gerne hier und würdet vielleicht viel dafür geben, aber im Moment sehnen wir uns nach Abwechslung.

Gibt es denn hier keine gelben Felsen oder wirklich grossen Städte (mit mehr als 100'000 Einwohnern) und einer Skyline wie San Francisco? Gibt es! Western Australia ist noch nicht am Ende. Wenn wir entdecken, was wir suchen, erzählen wir im nächsten Reisebericht davon.